Qualitätsmanagement

Als gesetzliche Grundlage zu Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement für sozialpädagogische Einrichtungen gelten die grundsätzlichen Maßstäbe der Jugendhilfe:

  • Recht aller Kinder auf Betreuung und Erziehung
  • Abbau und Vermeidung von Benachteiligungen
  • Gleichberechtigung
  • Partizipation (mitwirken, mitbestimmen)
  • Demokratische und partizipierende Hilfeplangespräche

,,Eine gute Qualität lässt sich nur in erfolgversprechender Weise erreichen, wenn sie prozesshaft, geplant, gelenkt und evaluiert wird.“ (Bender et al., 2010)

Die Jugendwohngemeinschaft Spitze nutzt aufgrund ihrer Größe das Modell der internen Evaluation.

Jeder Mitarbeiter kann sich selbst evaluieren und somit gezielter zu einer Qualitätssicherung beitragen. Es findet ein ständiger Informationsaustausch statt, der dafür sorgt, dass wir unsere pädagogische Arbeit stetig verbessern. Unsere Ergebnisse werden protokolliert und sind für jeden Mitarbeiter zugänglich.

Interne Evaluation ermöglicht eine Form des Qualitätsmanagement in unserer Einrichtung, bei der die Ziele, Fragestellungen und  Bedingungen speziell auf den Klienten in der Einrichtung zugeschnitten werden.

Evaluation als eine (teil-)professionelle Praxis beginnt dort, wo ein Bewertungsvorgang methodisch systematisiert wird, mit dem Ziel, dass ein verbessertes Handlungswissen in der Praxis stattfindet.. Im folgenden benennen wir unsere 4 Haupttopics:

Partizipation
Qualitätsverbesserung ist nur über Partizipation aller Mitarbeiter unser Einrichtung zu erzielen. Die Mitarbeiter sind diejenigen, die an der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung arbeiten und diese in die Tat umsetzen müssen.
Darunter fällt natürlich auch unsere  pädagogische Arbeit mit unseren Klienten, Familien, Schulen, Jugendämtern und weiteren Kooperationsvereinen. Einmal im Jahr findet ein Qualitätsdialog mit den zuweisenden Jugendämtern statt.

Informiertheit
Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit sich über jeden Prozess zu informieren und diesen gegebenenfalls zu hinterfragen. Die Fähigkeit zum regelgeleiteten, selbständigen und verantwortlichen Arbeiten im Sinne eines gesunden und effektiven Selbstmanagements gehört unseres Erachtens nach jedem Pädagogen an, der im stetigen Wechsel mit unserem Team agiert.

Transparenz
 In der Jugendwohngemeinschaft Spitze besteht große Transparenz. Sie ist die Grundlage unserer Arbeit. Ergebnisse werden verschriftlicht, jeder Mitarbeiter kann Protokolle, Übergaben und Dokumentationen jeglicher Art einsehen und dadurch auf dem aktuellen Sachstand bleiben. Die einmal in der Woche stattfindende Teamsitzung fördert den offenen Dialog aller Mitarbeiter. Alle Aktualitäten der vergangenen Woche werden angesprochen und jeder kann sich an dem Prozess beteiligen und seine Meinung dazu Kund tun bzw. Fakten erörtern.
Auch für einen beispielsweisen erkrankten Kollegen muss es möglich sein, den gesamten Prozess nachvollziehen zu können und zu reagieren, wenn die Ergebnisse und Schlussfolgerungen nicht einleuchtend sind. Daten und Dokumente sollten gespeichert sein. Der Bericht, beziehungsweise das Protokoll, sollte die Arbeitsweise transparent und nachvollziehbar beschreiben.

Abgestimmtheit
Es gibt viele regelmäßige Abläufe in der Einrichtung, alles greift gut ineinander über. Besonders die mündliche und schriftliche Übergabe von Informationen ist sehr gut aufeinander aufgebaut. Derjenige, der den 24 Stundendienst aufnimmt, erhält  alle wichtigen Informationen und kann ggf. alles nachlesen.

Qualität ist das Resultat des effektiven Zusammenwirkens aller Beteiligten. Erforderlich sind intensive Kooperationen und Kommunikation innerhalb der Einrichtung.

Literatur entnommen aus

Bender, S., Braun, D., Braunecker, I., Dieckerhoff, K., Dietrich, C., Franke, P. … Zimmer, R.(2010). Kinder erziehen, bilden und betreuen – Lehrbuch für Ausbildung und Studium, Berlin, Düsseldorf: Cornelsen Verlag.

Merchel, J. (2010). Evaluation in der Sozialen Arbeit. München: Ernst Reinhardt Verlag.